Viraler Short Squeeze

Der gemeine Bürger versteht nicht, was das ist, ein Hedgefonds. Ich als gemeine Bügerin glaube aber, dass der Hedgefondsmanager nicht zu den beliebtesten  Berufsgruppen gehört. Sie haben mit ihren risikoreichen Finanzgeschäften schon vielen Menschen, die voller Vertrauen ihr Geld an der Börse angelegt haben, das Geld aus den Taschen gezogen und ein paar wenige sowie sich selber damit reich gemacht. Was sie zum Beispiel tun, ist, Aktien leihen, verkaufen in dem Glauben, dass sie sie bald billiger zurück kaufen können, um sie dann den eiegntlichen Besitzern zurück zu geben – Leerverkäufe. Den Differenzwert stecken sie sich in die Tasche oder kaufen sich vergoldete Schnitzel davon. Irgendwie so läuft das wohl. Die Marktmacht ist nicht klein. Sie schieben große Milliardenbeträge hin und her, steuern damit die Börsenkurse und vor allem durch eine Methode namens Short Squeeze schmeißen sie immer wieder Anleger aus dem Rennen: Bei plötzlich stark sinkenden Kursen verfallen private Investoren in Panik und verkaufen schnell alles, was sie verkaufen können. Wenn dann alles mit großen Verlusten über Bord geworfen wurde, füllen die Manager für wenig Geld ihre Positionen wieder auf und kaufen sich noch mehr goldene Schnitzel: die Aktienkurse steigen, aber ohne dass die Privaten daran teilhaben, denn sie lecken noch ihre Wunden. 

Gerade geht da irgendwo im Netz eine Gruppe viral, Menschen, die nicht zusehen wollen, wenn immer die kleinen Privatanleger das Nachsehen haben, und greifen professionelle Short-Seller an, indem sie in Horden billige, schlecht bewertete Unternehmensanteile kaufen und deren Wert damit teilweise in himmlische Höhen treiben. Die dort mit enormen Leerverkäufen investierten Manager müssen nun damit rechnen, die Aktien, die sie eigentlich noch billiger zurück kaufen wollten bzw. müssen, nun für exorbitant hohe Preise erwerben müssen. Zum Teil zu mehr als dem 10fachen Preis. Das gab es noch nie. Glaube ich. Private gegen Institutionelle. Eine Art Krieg? Der Short Squeeze mal anders rum.

Ich muss an das Coronavirus denken. Vielleicht ist das auch ein beginnender Short Squeeze. Mal sehen, was SARS—CoV-2 so übrig lässt. 

Beiden

„So ist das bei Jugendliche.“ Nicht die Pauschalität ist es, die mich stutzen lässt. Den Inhalt des Satzes erfasse ich gar nicht. Es ist vielmehr das N, das fehlt. Wiedermal. Weiterlesen

Ein Bild sagt mehr ….

Ich gebe zu: Hier passiert gerade nicht mehr viel, so rein blogmäßig. Es ist zwar nicht so, dass es nichts zu sagen gäbe. Ganz im Gegenteil. Aber vielleicht gerade deswegen: Ich beschäftige mich gerade intensiv mit anderen Dingen, nämlich mit Pinseln und Tuben.

Und darum gibt’s jetzt erstmal nur noch Bilder zu sehen. Hier ein Aquarell auf Büttenpapier.

Digitale Evolution

Zugegeben: Ich habe mir viel Zeit gelassen für die kommenden Worte. Es baucht einfach seine Zeit. Lernen. Verstehen. Begreifen. Wenn ich nur an meine Versuche denke, spanische Vokabeln in meinem Kopf zu verankern, wird es sehr deutlich: Lernen benötigt Zeit. Viel Zeit. Und das sind nur Vokabeln. Wenn ich dann bedenke, wie viel der Mensch in seinem Leben lernen muss, um zum Beispiel nur in der Lage zu sein, sagen wir, einen Schritt vor den anderen zu setzen, mannomann. Und wenn ich dann das Bild groß ziehe, kommt mir sofort in den Sinn, dass wahrscheinlich ein irrwitziger Prozentsatz dessen, was eine Generation an Wissen angehäuft hat, in der nächsten schon wieder verloren und für Historiker, Entdecker, Archäologen zur Wiederfindung freigegeben ist. Ich schätze mal: 98 Prozent. Wenn ich wohlwollend bin. Weiterlesen

Lesen ändert alles

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Es gibt trotz offiziell vermehrter Gegenanstrengungen weltweit eine knappe Milliarde Analphabeten, viele davon hatten nie eine Chance, eine Schule zu besuchen. Die Auswirkungen sind enorm. Weiterlesen

Klimalügen

Die Schlagzeilen über Trump und Terror legen sich in den letzten Wochen und Monaten über alle anderen Themen. In den Medien wird jede Meldung zu diesen Themen mit einem Schwall kriegerischer und gesellschaftszersetzender Kommentare versehen. Weiterlesen

Deutsche Leidkultur

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1. Fleisch ist ein Stück Lebenskraft.
2. Lalelu, nur der Mann im Mond schaut zu.
3. Au weia, der Hahn legt keine Eier.
4. Gute Butter aus Deutschland!
5. Willste über’n Rasen laufen, musste dir ’n Grundstück kaufen!
6. Wir machen den Weg frei …!
7. Der April, der April, der macht was er will.
8. Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst.
9. Bauknecht weiß, was Frauen wünschen!
10. Ein schlauer trimmt die Ausdauer.

Korrespondenzfrequenz

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Ein halbes Jahr vor der Kapitulation Hitlerdeutschlands, also im September 1944, als das Rheinland schon in Schutt und Asche lag, die Bevölkerung neben Durchhalteparolen nicht mehr viel zu fressen bekam, ob des allumfänglichen Mangels alltägliche Wertstoffe auch aus Haushalten herausgesammelt waren, kaum noch etwas so funktionierte, wie man es gewohnt war, zu einem Zeitpunkt also, wo der von vielen lang ersehnte totale Zusammenbruch unmittelbar bevorstand, da kündigte die Reichspost eine einschneidende Maßnahme an: Briefe und Pakete und all die anderen Sendungen werden nur noch an sechs (sic!) Tagen ausgetragen und an diesen sechs Tagen auch nur einmal täglich.

vor dem knall

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40 Tage oder so fleischloses Fasten haben einen Riesenberg Eier hinterlassen. Die machen vielleicht träge. Das Wetter ist wie es ist. Die irren Herren der Weltpolitik wird es auch kaum berühren.

Trotzdem!

Raus!

Runter vom Sofa!

Zumindest mal zeigen, dass es neben dem iPhone noch Wichtigeres gibt!

Ostermarsch los!

2020 – niemals

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Die Sonne scheint und ich nehme die Einladung an, statt mit Bus und Bahn meine Dinge in der Stadt per Rad zu erledigen. Ob ich das bereue? Ja, irgendwie schon. Es ist erstaunlich, wie sich gefährliche, nervende und unübersichtliche Situationen endlos aneinander reihen. Auf allen durch weiße Steppnaht markierten Radwegen fahren oder stehen Autos, so dass es nicht möglich ist, bis zur roten Ampel vorzufahren. Stattdessen darf ich im Gestank der Abgase hinten warten. Weiterlesen

zwei bis drei

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Für manche sind Schottland oder Wales oder gar Irland ein Teil Englands, auch bei anderen Ländern fällt die Grenzziehung oftmals schwer, zumal wenn sie erst neu entstanden sind oder eigenständig wurden. Aber das mit Amerika, das sollte doch in unserem Kulturkreis recht klar sein. Ich gebe zu, ich wurde einst bei einem Besuch Pensilvanias von einem US-Amerikaner mit deutschen Wurzeln gefragt, ob ich als Deutsche denn schon mal in Europa gewesen sei. Nun gut. Es war ja nicht seine Heimat, über die er sich da verwirrt zeigte. Doch der Gebrauch des Wortes Amerika für die USA, wie er vom neuen, gewählten Präsidenten inflationär eingesetzt wird, lässt mir langsam die Haare zu Berge stehen. Haha. Amerika. Es gibt da ja mindestens mal zwei, Nord- und Süd-, und eigentlich auch noch Mittelamerika und damit noch eine ganze Reihe wunderschöner anderer Länder als die USA. Die Spanier wissen das, sie haben sie ja offiziell entdeckt. Dass Trump diese auch great machen will, ist unwahrscheinlich. Also bitte: Make US great again. Das Wortspiel gibts schließlich kostenlos dazu.

Oder noch besser: Geh Golf spielen. For good.

Neue Welt

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Gestern Nacht geriet ich in die neueste Aufführung des Präsidenten des großartigsten Landes der Welt – wie ja sogar Gott weiß. Er – also, der Präsident – schickte zunächst seine Frau vor die Menge, um ein Gebet aufzusagen und erschien dann endlich eine dreiviertel Stunde später als angekündigt höchstselbst vor der wahrscheinlich größten Menschenmenge, die sich jemals vor einem amerikanischen Präsidenten versammelt hat. Eine Menge von Menschen, deren Jubel für meine Ohren recht bescheiden klang. War da etwas mit dem Ton nicht in Ordnung? Weil meine Aufmerksamkeit nicht sehr fokussiert war, bemerkte ich erst nach einigen Momenten, woran es lag: Viele Frauen hielten pinkfarbene Schilder in die Höh, auf denen sie sich als Frauen outeten, ja sogar als Frauen, die für Trump sind. Als Kunstlehrerin habe ich mich schon immer gefragt, warum die Kinder alle möglichen Dinge in ihren Bildern mit Namen versehen: Tiger, Tür, Tisch, Auto. Jetzt auch hier! Das gleiche Phänomen bei einigen anwesenden Schwarzen, das Label: Blacks for Trump. Hm. Und fast alle, die kein Plakat hochhielten, mit denen sie nebenbei den anderen die Sicht versperrten, reckten Smartphones in die Höhe, auf deren Displays sie starrten, um das Motiv während des Filmens nicht aus den Augen zu verlieren. Keine Hand war frei, um zu applaudieren! Ein paar Zurufe waren zu hören, aber ansonsten ziemliche Stille. Zudem sah so gut wie niemand den an, der hier zur Menge sprach! Denn es blieben nicht viele Augen übrig, die denen des Präsidenten direkt begegnen konnten. Alle starrten auf ihre Telefondisplays. Keine Hände, keine Augen, alle mit anderen Dingen beschäftigt! Ich habe mich gefragt, wie es so ist als Megastar nur noch eine Suppe aus Rückseiten von Mobilgeräten, Plakaten und ein paar Fingern zu sehen. Muss man sich da nicht einsam fühlen? In diesen Gedanken schwelgend bemerkte ich dann endlich, dass ich einer fake-Nachricht aufgesessen war! Das war gar kein echter Auftritt, in einem echten Flugzeughangar, in einem echten Land mit einem echten Präsidenten! Es war Kabarett! Make America’s airports great again! 

Piccolo Mondo Moderno

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„Merkwürdig: in dem Augenblick, da die moderne Technik alle Grenzen und Distanzen annulliert (Flug, Radio, Fernsehen, Ineinander der Wirtschaft), wütet der allerärgste Nationalismus.“

Victor Klemperer, Professor der Romanistik mit jüdischen Vorfahren, am 15. Dezember 1938

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